Geschichte des  OGV Kieselbronn 1924

Nach Archivunterlagen des Rathauses Kieselbronn wurde der heutige Obst- und Gartenbauverein Kieselbronn am 16. März 1924 als Obstbauverein von K800_P1050817damals 112 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Als Vereinsziele wurden damals festgehalten, die Förderung und der Ausbau des Obstbaus in Kieselbronn. Wie aus mündlichen Quellen bekannt ist, war der Obstbaumbestand zur damaligen Zeit in schlechtem ungepflegtem Zustand, so dass vorrangiges Ziel der Verantwortlichen, die Verbesserung dieses Zustandes und damit auch eine Ertragssteigerung war. Schon damals wurden Neupflanzungen angeregt, Veredelungs- und Schnittkurse durchgeführt und auch über Pflanzenschutz informiert. Ein guter Obstertrag brachte dem Baumbesitzer in dieser Zeit nicht nur das Rohmaterial für die Most- und Schnapsherstellung, sondern qualitativ gutes Obst konnte auch als sog. Tafelobst für den Obstbauern eine Einnahmequelle sein.

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Die Zeit des 2. Weltkrieges lähmte natürlich etwas die Vereinsarbeit. Aber schon 1948/49 gab es wieder größere Pflanzaktionen, wobei besonders die Unterstützung des Vereins durch Kreisobstbaumtechniker Ege vom damaligen Landratsamt Pforzheim hervorzuheben ist.
Ab Mitte der 50er Jahre wurde es etwas still um die Vereinsarbeit. Das ursprüngliche Ziel, die Verbesserung des Obstbaus zum Wohle vieler, war in der beginnenden Wirtschaftswunderzeit wohl nicht mehr so aktuell.

Erst im Jahre 1983 wurde der Verein bildlich gesprochen wieder zum Leben erweckt, vor allem durch die Initiative des damaligen Bürgermeisters Gerhard Drautz. Mit der Neuberufung der Vorstandschaft und der Verwaltung, begann eine sehr aktive Vereinsarbeit, wobei die Vereinsziele natürlich formuliert wurden. K800_P1050807Im Vordergrund der Vereinsarbeit stand jetzt nicht mehr nur die Förderung des Obstbaus, da hier die Ertragschancen durch den gewerblichen Obstbau nur noch gering waren. Vielmehr war eines der Vereinsziele der Erhalt und der Ausbau der Streuobstbaumbestände auf unserer Gemarkung, in Verbindung mit der Gemeinde, um neben dem Obstertrag einen Beitrag zu leisten, zur Verbesserung des Landschaftsbildes, des Kleinklimas und des Lebensraumes der Tier- und Pflanzenwelt. Die Palette der Vereinsaktivitäten wurde stetig weiter geführt. So beteiligte sich der Verein an der Ortsverschönerung durch Bepflanzung der Ortseingänge mit Krokussen, Narzissen und Tulpen und der Durchführung von Blumenschmuckwettbewerben. Höhepunkte waren immer auch die Gestaltung des Erntedankfestes in Verbindung mit einer jeweils farbenprächtigen Herbstschau. Gemütliche Mitgliederabende, Wanderungen, Fachvorträge, Schnittkurse und auch praktische Vorführungen vor Ort für z. B. Düngung und Kompostierung, Veredelung und Pflanzenschutz, Adventskranzbinden sind ebenfalls Vereinsaktivitäten. K800_P1050801Nicht zu vergessen die sehr geschätzten Jahresausflüge. Auch Sträucherschnitt auf dem Gemeindefriedhof und am Fußweg zum Bühlwald erledigten Vereinsmitglieder. Ein weiteres Betätigungsfeld, der Vereinsverwaltung sehr wichtig, ist die Verbindung und Arbeit mit der Jugend. Schon im Kindergarten und in der Schule soll hier Verständnis und Interesse für die Natur und ihre Pflanzen geweckt werden. So hat die Initiative des Vorsitzenden Manfred Eiselein das Interesse an der Pflanzenvermehrung geweckt und durch den Einsatz des Ökomobils den Kindern die Vielfalt der Natur sich erschlossen. Auch erbrachte der Verein bei verschiedenen festlichen Anlässen anderer örtlicher Vereine einen Beitrag zur Ausschmückung der Veranstaltungsräume.

K800_P1050808Um seine Vereinsarbeit noch besser gestalten zu können und auch auszubauen, z.B. die praktische Arbeit demonstrieren zu können, entstand schon vor Jahren der Wunsch nach einem Vereinsheim mit Lehrgarten. Die Verwirklichung rückte näher durch den Kauf eines Grundstücks, auf dem die Verwirklichung aber nicht möglich war. Erst der dritte Anlauf führte dann zum Erwerb eines Grundstücks, passend für die Ziele des Vereins.

Herr Bürgermeister Faber hat hierbei den Verein sehr unterstützt. Der Neubau des Vereinsheims ging dann zügig voran. Auch die Anlegung des Lehrgartens zeigte sich dann schon in Anfängen. Mit der Vollendung dieses Jahrhundertvorhabens des Vereins, erhoffte sich die Vereinsführung die Verwirklichung weiterer Aktivitäten, z.B. praktische Arbeit und Demonstration an den Pflanzen im Lehrgarten, Korbflechten, Most- und Safterzeugung, Sensenmähen, Garten, Werkstatt usw..
Eine neue, im Aktivitätenrahmen des Vereins passende Aufgabe, wurde ebenfalls mit Erfolg durchgeführt. Der Verein übernahm erstmalig eine Obstannahmestelle. Hier wurde eine Idee von Herrn Bürgermeister Faber in die Tat umgesetzt. Im Jahre 2010 musste dieses Angebot beendet werden.
Ab dort kam das Saftmobil zum Einsatz.

Foto: Roller (Beck, Eiselein)

Manfred Eiselein gibt nach 27 Jahren den Vorsitz beim Kieselbronner Obst- und Gartenbauverein ab im Februar 2020. (Text: PZ Nico Roller)

Umarmungen, lobende Worte, im Stehen gespendeter Applaus und aufrichtige Glückwünsche: Als Manfred Eiselein nach 27 Jahren als Vorsitzender des Kieselbronner Obst- und Gartenbauvereins sein Amt abgab, war jedem im prall gefüllten Vereinsheim klar: Jetzt endet eine Ära. „So lange ehrenamtlich tätig zu sein, ist fast unvorstellbar in der heutigen Zeit, wo sich jeder selbst der Nächste ist“, sagte Petra Beck, die von den Mitgliedern zu Eiseleins Nachfolgerin gewählt wurde. „Du kannst stolz sein, auf das, was Du geleistet hast.“ Und das ist so viel, dass man es gar nicht alles aufzählen kann. Da wäre der Bau des gemütlichen Vereinsheims mit Lehrgarten. Ein Unterfangen, das zwar auch wegen der langwierigen Grundstückssuche alles andere als einfach, aber letztlich von Erfolg gekrönt war, wie die regelmäßig darin stattfindenden Essen und Vereinsveranstaltungen mit hohen Besucherzahlen eindrucksvoll beweisen. Auch die Kinder- und Jugendarbeit lag Eiselein immer sehr am Herzen. Kurz nachdem er Vorsitzender wurde, suchte er den Kontakt zu Schule und Kindergarten. Vor sechs Jahren wurde die Kinder- und Jugendgruppe „Wilde Bienen“ gegründet, die sich großer Beliebtheit erfreut und in dieser Form in der Region einzigartig sein dürfte.

„Ich zolle Ihnen Respekt und Anerkennung“, sagte Bürgermeister Heiko Faber und attestierte dem schon 2011 mit der Landesehrennadel ausgezeichneten Eiselein, es sei ihm immer gelungen, die Menschen zu motivieren und mitzunehmen. „Als Bürgermeister kann man stolz sein auf so einen Verein.“ Auch Claus Sarnecki sagte, der Verein stehe auf gesunden Füßen. Im Auftrag des Landesverbands überreichte er den goldenen Apfel mit Goldkranz, die „höchste tragbare Auszeichnung“. Der 1984 dem Kieselbronner OGV beigetretene Eiselein sei ein Mann mit Visionen, Tatkraft, Zielstrebigkeit und Vorbildfunktion. Was er geleistet habe, sei aller Ehren wert, sagte Sarnecki und bezog das auch auf die 20 Jahre, die Eiselein im Kreisverband als Beirat, Schriftführer und Kassenprüfer aktiv war. Eiselein selbst gab sich bescheiden: „Wir waren immer eine Gemeinschaft“, sagte er und betonte: „Die Mitglieder in unserem Verein haben immer sehr fleißig gearbeitet und zwar kostenlos.“ Zum Verein sei er gekommen, weil er sich für Natur und Umwelt interessiert habe und als Kind von seinen Eltern und Großeltern geprägt wurde. Eiselein blickte auf seine Amtszeit zurück, auf Feste im Haus der Kleintierzüchter, auf mehrtägige Ausflüge, auf den seit sechs Jahren existierenden Stammtisch, auf interessante Vorträge, rauschende Feste, Schnitt- und Veredelungskurse, auf Traditionen und Begebenheiten.

Nicht nur er gab sein Amt ab, sondern auch Schriftführer Rudi Spittelmeister. Auch er bekam viel Lob für sein seit 1983 dauerndes Engagement in der Vereinsverwaltung. Seine Nachfolgerin ist Claudia Prokosch. Ebenfalls neu gewählt wurde Helga Schassberger zur stellvertretenden Vorsitzenden. Kassiererin Stefanie Schäfer wurde im Amt bestätigt. Zu Ehrenmitgliedern wurden Manfred Eiselein,  Rudi Spittelmeister, Helmut Ruß, Dieter Ding ernannt. Letzterer erhielt auch den bronzenen Apfel für neun Jahre Verwaltungsarbeit. Für 25-jährige Vereinstreue erhielten 29 Mitglieder eine Ehrung. – Text: Nico Roller

75 jährige Jubiläum des OGV Kieselbronn war 1999

Vereinsheim

Unser Vereinsheim ist mit viel Leben erfüllt: 
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Sitzungen aller Gremien des Vereins finden hier statt.
Tagungen im Bereich Obst- und Gartenbau,
Tagungen und Schulungen der Fachwarte,
Feste werden ausgerichtet, wie z. B. das ogv_raumKirschenfest, die  Weihnachtsfeier unserer Wilden Bienen usw,
In unserem Haus finden auch Familienfeiern  statt.
Darüberhinaus gibt es regelmäßige Essensangebote, dank der Gaststättenkonzession. 

2006 Richtfest
2007 erste Sitzung der Verwaltung im neuen Vereinsheim
2008 im Februar wurde das neue Haus eingeweiht
2008 im März – Tag der offenen Tür
2008 im März – 1. Hauptversammlung

Lagergebäude

Die umfangreich werdende Pflege unseres Vereinsgeländes mit Vereinsheim und Lehrgarten, erforderte die Anschaffung von vielerlei Geräten und Werkzeugen. Alles musste untergebracht werden. Erste Überlegungen tendierten zum Bau einer Scheune auf dem Vereinsgelände, baulich passend zum Vereinsheim. Es entstand der Gedanke ein Lagergebäude zu bauen, mit Mehrfachnutzung, also Lager- und Arbeitsraum und Raum für Sitzungen. Unser „Stammtisch Lokal“ war geboren.  Das Gebäude wurde 2012 mit Architekt Joachim Theilmann, Kieselbronner Handwerkern und Ehrenamtlichen  gebaut. Für die Nordterrasse wurde noch ein Vorzelt beschafft. 

Wilde Bienen seit 2013

Die Arbeit mit unserer Kinder- und Jugendgruppe „Wilde Bienen“ ist ein großer Erfolg. Hier werden Kinder- und Jugendliche auf vielerlei Weise mit Natur und Umwelt, mit Pflanzen, Säen, Pflegen und Ernten, vertraut gemacht. Wobei Spielen und Toben nicht zu kurz kommt. 

Kinderferienprogramm

Auch beim Kinderferienprogramm der Gemeinde Kieselbronn ist unser Verein jedes Jahr aktiv dabei und bietet den Kindern Erlebnisse wie, Besuch im Wildpark, Barfußpfad, ein Tag auf dem Bauernhof, im Zoo oder beim Besuch des Maislabyrinths. Wobei auch für das leibliche Wohl stets gesorgt ist.

Verwaltung 2020

v.L.n.R.: Jochen Hittler, Claudia Prokosch, Stefanie Schäfer, Petra Beck, Sonja Breusch, Margarete Arny, Ralph Walter, Helga Schassberger, Hans Rothe, Achim Nagy.

 

auf dem Foto fehlt: Dieter Weber

 

 

Verwaltung 2019